Warum wir andere brauchen | Unser soziales Gehirn

Was brauchen wir um ein GLÜCKLICHes Leben zu führen? Was braucht ein Gehirn, um gesund zu sein? Haben wir ein soziales Gehirn? Na klar, werden Sie jetzt vielleicht sagen, es benötigt die Nährstoffe, die in Ihrer Nahrung enthalten sind: Fette, Kohlehydrate, Eiweiße… und damit haben Sie völlig Recht. Zudem eine gute Versorgung mit ausreichend Sauerstoff durch das Blut, eine gute Menge an Wasser…. Doch mindestens genauso essenziell für das Gehirn …

wir brauchen andere zum glückWir brauchen andere Menschen zum Glück

Wir Menschen sind extrem soziale Wesen, wir kommen an allen möglichen Plätzen zusammen, bilden ein Team oder Gruppe, teilen und erleben einander dabei in Momenten riesiger Freude und dramatischer Trauer und Enttäuschung. Die Hirnforschung hat sich diesem Thema angenommen und zeigt, dass unser Gehirn offenbar ein soziales Gehirn ist: die Gehirnnerven (Neuronen) brauchen die Neuronen von anderen Menschen, um sich und gut zu entwickeln und wirklich gut zu arbeiten. Daraus ergeben sich grundsätzliche Fragen danach, was uns als Menschheit voran bringt und wie wir einander gegenseitig helfen anstatt bekämpfen könnten. Wie entsteht zutiefst empfundene Verbindung (LIEBE) und was führt zu abgrundtiefen Hass, der uns vielleicht sogar zu Mördern macht… so stellt sich auch die Frage wie dann Gewalt ensteht …

all das hilft uns, Sinn für unsere Vergangenheit (= Leben) zu geben und beinhaltet zudem den Schlüssel für unsere Zukunft.

Schon der Philosoph Martin Heidegger meinte:

es ist schwerlich möglich vom SEIN eines Menschen zu sprechen, vielmehr muss stattdessen das SEIN in der Welt erklärt werden.

Oder frei nach dem großen Philosophen der 1990er ,

Michael Jackson „You Are Not Alone“ 🙂

Soziale Ausgrenzung – Schmerz der Isolation

Zu den schlimmsten legalen Methoden des „Folterns“ gehört die Isolationshaft. Somit wird alles was das soziale Gehirn braucht, entzogen: Doch wir müssen gar nicht so weit gehen: wenn du in der Arbeit oder der Schule nicht zum Teil einer gewissen Clique/Gruppe, Team oder Klasse gehören konntest, wie sehr tat dir das weh? Ja wir finden uns schon irgend eine rationale Erklärung warum oder weshalb.

Dazugehören wollen – Von Selbst-Optimierung bis Gewalt

Doch kann dieser soziale Ausschluss zu heftigsten Folgen führen, Menschen tun sich selbst was an, oder sie versuchen über Rituale, körperliche Schmerzen (Tätowierungen etc.) oder … ewige Diät (ich will so schlank und sexy sein wie X…) bis hin zu langjährigen Überbeanspruchen des Körpers (PRODUKTIVITÄT, Selbst-Optimieren, auch übermäßig viel Arbeiten um als Leistungselite oder HighPerformer zu gelten!)  oder gar  Essstörungen. Warum? Weil unser soziales Gehirn mit der Gleichung Schön=schlank=liebenswert=ich werde in der Gruppe angenommen verbindet (vgl. dazu bspw den Dokufilm Embrace: Du bist schön – Schluss mit Bodyshaming). Wenn diese Gewalt nicht gegen sich selbst, sondern „sie anderen“ gerichtet wird, sprechen wir von Mobbing, Bluttaten, Mord, Attentate… Krieg.

Studie: Einsamkeit führt zu ECHTEM Schmerz

Warum das alles? Eine Studie von Eisenberger et al „Does rejection hurt?“ (Tut Ablehnung weh?) konnte visuell im Gehirn zeigen, dass egal ob wir körperlichen Schmerz empfinden oder uns sozialer Schmerz plagt (also bspw. wir uns ausgeschlossen fühlen), das Gehirn im jeweils selben Gehirnbereich aktiv ist. Das heißt Einsamkeit tut ECHT weh!

schmerz gehirn

Manipuliert zum Hass

Wenn dann noch die richtigen Demagogen, Hetzer und Antreiber dazu kommen (ich will hier keine politischen Machthaber nennen, aber…) können Katastrophen entstehen die bis hin zum Holocaust reichen. Aebr auch im vermeintlich Kleinen sind diese Effekte schon heftig genug.  [amazon_link asins=’B000E5LHM6′ template=’ProductAd‘ store=’lernderzuku-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’17dae885-6e2f-11e7-ab48-2990e6c90b12′]Schauen Sie sich mal den Dokufilm „BlueEyed“ an. Darin wird eine Gruppe an Menschen getrennt in Braun- und Blauäugigen. Die Braunäugigen bekommen innerhalb eines „Workshops“ die neuesten wissenschaftlichen (FAKE) Erkenntnisse gezeigt, dass Blauäugige von Natur aus schon dümmlich und minderbemittelter seien als di e klugen Braunäugigen. Nach dieser heftigen Gehirnwäsche und innerhalb des Gruppendrucks verhalten sich diese Braunäugigen beim nächsten Zusammentreffen mit den vermeintlichem „Minderbemittelten“ Blauäugigen extrem herablassend und als würden ihnen Hundewelpen und nicht erwachsene Menschen gegen über stehen…

Das ZDF hat dieses Experiment vor kurzem wiederholt und gezeigt dass auch in den 2010er Jahren nichts davon besser geworden ist. Das Gehirn ist so programmiert. Darum schreibe ich hier darüber WISSEN um solche MANIPULATION hilft.

Und dabei noch ein letzter Gedanke:

Nicht der Stärkste überlebt

Wenn wir Survival of the Fittest für die Darwinsche Evolutionstheorie lernen, wird das häufig falsch verstanden. Nicht der Stärkste wird es als Einzelkämpfer schaffen, sondern vielmehr derjenige, der die besten Kooperationen eingeht. Wenn ihm Gefahr droht, wird er beschützt. Wenn er Hunger leidet oder erkrankt, wird er versorgt. Wenn er etwas ausprobieren will, findet er Unterstützer… und: er wird sich vermehren und das wahrscheinlich besser Angebot an Nahrung zur Verfügung haben, als der, der sich alles selbst erjagen müsste…

The Brain Eine Geschichte von Dir

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