Woher kommen Gehirn-Probleme?

Eigentlich wäre es ja so einfach. Wir werden jeden Tag vor neue Herausforderungen gestellt und könnten diese mit unseren (gelernten) Repertoire aus Schule und Lebenserfahrung meistern.

gehirnprobleme

Depression, Motivationsmangel, Vergesslichkeit

Doch ist das wirklich immer der Fall? Manches Mal sind wir nicht gut drauf oder gar depressiv, ein anders Mal finden wir keine Motivation, etwas anzupacken oder leiden an Aufschieberitis (Prokrastination).

Ein weiterer ärgerlicher Hinweis des Gehirns „da passt was nicht“ könnte Verwirrtheit sein, was im englischen als BrainFog bezeichnet wird.

All dies oben genannte könnte seine Wurzel in einem Ungleichgewicht der Gehirn-chemie haben. Und eben damit möchte ich mich heute hier befassen und Ihnen die wichtigsten Ideen mitgeben, wie Sie diese wieder in Balance bringen können.

Drei Dinge, die Ihr Hirn dringend braucht

Nun könnte man meinen, es handle sich um irgendwelche obskuren Moleküle, die im Biologiestudium am ende vorkommen, doch nein. Es ist viel grundlegender, denn das Gehirn benötigt, genauso wie jede Nervenzelle

  • Sauerstoff
  • Glucose
  • Stimulation

Nervenzellen kommunizieren durch elektrische Ladungen miteinander, man könnte sie vergleichen mit kleinen Batterien.
Wenn die Basisbedürfnisse abgedeckt werden –

Sauerstoff, Glukose und Stimulation

laden sich diese Batterien immer wieder auf. Srtimultiert man ein ordnungsgemäß ernährtes Neuron, dann produziert der ihm innewohnende „Motor“ Energie für dessen Funktion, Erhaltung und Reparatur.

Herrscht jedoch ein Mangel an einem der drei Faktoren, stockt der „Motor“ und die Energieproduktion fährt herunter.

Es wird müder, überfordert, bis es irgendwann völlig zur Ruhe kommt.

Sauerstoffmangel

Damit das Gehirn mit ausreichend Sauerstoff (und anderen essenziellen Nährstoffen) versorgt werden kann, braucht es eine ausreichende Durchblutung. Diese kann beispielsweise schon über simple Kreislaufprobleme (durch niedrigen Blutdruck, Schilddrüsenunterfunktion etc.) gestört werden. Dazu können auch vieles Sitzen oder Rauchen ihren negativen Teil beitragen.

Energieversorgung

Eine gewisse Menge an Glucose (Zucker) benötigt jedes Gehirn. Durch eine Unterversorgung mit Zucker kann es zu Störungen kommen. Aber nicht nur durch „zuwenig essen“ kommt dies heutzutage zustande, sondern oft auch durch so genannte Insulinresistenz (eine Art Vorstadium der Diabetes mellitus Typ 2)

Bei einer Insulinresistenz, als Vorläufer von Diabetes, können die Zellen – auch im Gehirn – die im Blut zirkulierende Glukose nicht mehr aufnehmen, wodurch das Gewebe und das Kreislaufsystem extrem geschädigt werden, und zwar so sehr, dass Neurologen Alzheimer auch als „Diabetes vom Typ 3“ bezeichnet haben.

Stimulation

Stellen Sie sich einen Studenten vor:

Eine gesunde Stimulation der Nervenzellen ist tatsächlich auf die Aktivität von Neurotransmittern angewiesen. Liegt bei unserem Beispiel-Studenten ein Mangel an den wichtigen Neurotransmittern für Lernen und Gedächtnis vor, etwa an Acetylcholin, könnte ihn der Aufbau der Ausdauer beim Lesen viel Zeit und Mühe kosten.

Hat er einen Dopaminmangel, wäre er vielleicht unmotiviert, hätte ein geringes Selbstwertgefühl und könnte sein Studium abbrechen, weil er glaubt, nicht begabt genug zu sein.

Die gesamte Stimulation, all die eingehenden neuen Informationen, könnten ohne die entsprechenden Mengen an Neurotransmittern für ihre Verarbeitung auch zu einer beschleunigten Degeneration des Gehirns führen.

Gehirn und Stress

Nichts schadet dem Gehirn mehr als Stress. Das Stresshormon Cortisol wird dabei mit einer Schrumpfung des wichtigen Hippocampus in Verbindung gebracht, auch können Erschöpfung, Burnout oder Depression die Folgen von zu viel Stress sein
Doch häufig sind es nicht nur die psychischen Faktoren, die uns stressen, sondern auch eine zuckerhaltige, kohlenhydratreiche Ernährung.
Stress wird häufig mit der Degeneration des Gehirns in Verbindugn gebracht und diese wird zudem durch

  • Rauchen
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Nahrungsmittelallergien
  • Glutenhaltige Produkte
  • Anämie (Blutarmut)
  • bakterielle Darminfektionen, Darmparasiten
  • Autoimmunerkrankungen
  • Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen
  • Verdauungsprobleme
    uvm

Neuroimmflammation – Entzündung im Gehirn

All diese Unausgewogenheiten führen im Körper zu manifesten physiologischen Stress, was mittelfristig zulasten des Gehirns geht.

Entzündungsherde im Gehirn sind eine Hauptursache von chronischen Depressionen.

Um die Stressreaktionen herabzusetzen hilft es, die Entzündungen in Gehirn und dem gesamten Organismus nach unten zu bekommen.

Wie Sie die Entzündungen im Gehirn behandeln könne, finden Sie in meinem Artikel Depression Entzündung im Gehirn

In jedem Fall aber ist es essenziell, den Zucker und die vielen Kohlehydrate zu beschränken mehr pflanzliche Nährstoffe zu verspeisen, aber auch viel gesunde Fette und Öle (Gesundes Fett)

Gehirn und die Darm-Hirn-Achse

bei Hirnproblemen könnte auch der Darm und das Mikrobiom eine entscheidende Rolle spielen.

  • Verdauungsbeschwerden
  • Verstopfung oder unregelmäßiger Stuhlgang
  • Vermehrt Blähungen und Gasbildung
  • Blähbauch nach dem Essen
  • Unverträglichkeit von protein-, stärke- oder fetthaltigen Nahrungsmitteln
  • Häufig Bauchbeschwerden nach dem Essen

Das Nervensystem in der Verdauung wird als „entersiches Nervensystem“ bezeichnet und steht in fortwährender Kommunikation mit dem Gehirn über den so genannten Vagusnerv.

Aktuelle Studien zeigen immer häufiger, wie stark das Mikrobiom mit

  • Depressionen
  • affektiven Störungen
  • Schizophrenie
  • Parkinson und
  • Demenz & Gedächtnisverlust in Zusammenhang stehen.

Da allerdings Entzündungen weder im Gehirn noch im Darm zu etwaigen direkt wahrnehmbaren Schmerzen führen verursachen solcherlei Entzündungsherde vielmehr im Darm einen Blähbauch und im Gehirn wird die Übertragungsgeschwindigkeit von Informationen zwischen den Nervenzellen verlangsamt, was zu immensen Problemen im Denkvermögen führt.

Zytokine

Entzündungen im Körper – chronische Gelenkschmerzen, Infektionen, entzündliche Darmerkrankungen oder eine unkontrolliert ablaufende Autoimmunerkrankung – setzen Immunbotenstoffe, sogenannte Zytokine, frei. Diese Zytokine schicken Botschaften durch die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn, die dort Entzündungsherde verursachen, wodurch es zur Veränderung der Gehirnfunktion und zur Zerstörung von Gehirngewebe kommt.

Mikroglia – wenn Freunde zu Feinden werden

Beteiligt an einer Entzündung des Gehirns sind die Mikrogliazellen, die „Immunsoldaten“ des Gehirns. Sie bestimmen, ob es zu Entzündungen kommt und ob das Gehirn zu schnell altert. Unter normalen Bedingungen haben die Mikrogliazellen viele, für eine gesunde Gehirnfunktion wichtige Aufgaben.

Diese Mikroglia sind eigentlich sehr sehr hilfreich und wertvoll, doch sie können negativ aktiviert werden und erzeugen dann eine übermäßige entzündliche Immunreaktion, die zu einem Entzündungsprozess, der Neuroinflammation, führt. Angeregt wird dies durch bspw.

  • Diabetes
  • kohlenhydratreiche Ernährung
  • eine schlechte Gehirndurchblutung sowie entsprechende
  • Auslöser außerhalb des Gehirns, etwa ein entzündeter Darm oder Schadstoffe aus der Umwelt.

Durch diese heftigen Entzündungsreaktionen Gehirn feuern die Neuronen langsamer und wir werden müde und unkonzentriert, können uns schlechter Dinge merken. (vgl dazu auch Nakazawa, Donna (2020) Freund oder Feind: Das Doppelleben der Mikroglia in unserem Gehirn)

Neurotransmitter – Stress und Glückshormone

Ein weiterer entscheidender Einflussfaktor sind die Neurotransmitter, von Acetylcholin zu Serotonin, Dopamin, Oxytocin etc. Um diese aktiv zu beeinflussen, kann man bspw. auf spezielle Eiweißbestandteile zurückgreifen (Aminosäuren). Dies wäre an dieser Stelle allerdings zu umfangreich, aber ich empfehle gern den Artikel zum Aktivieren deiner Glückshormone zu lesen.

Dazu werde ich im Interview mit der bekannten Therapeutin und Buchautorin Kyra Kauffmann näher eingehen (vgl. Natürlich high: Die körpereigenen Glückshormone aktivieren und Depressionen, Ängste und Antriebslosigkeit dauerhaft loswerden) .

Was ist bloß mit meinem Gehirn los – Fazit

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass das Gehirn nicht als separater „Störfaktor“ gesehen werden darf. Vielmehr zeigt sich das Gehirn systemisch in nahezu sämtliche Stoffwechselvorgänge des Körpers zumindest zum Teil beteiligt. Genauso wie der Darm und das Mikrobiom (die beide ja über den Vagusnerv miteinander verbunden sind!), zeigt sich das Gehirn als Essenz dessen, was uns ausmacht, da dort auch sämtliche Emotionen und Gedanken ihren Ursprung finden.

Datis Kharrazian ( Was ist bloß mit meinem Gehirn los?: Wie Funktionsstörungen entstehen und was wir effektiv dagegen tun können ) bringt mit diesem fast 700 Seiten dicken Grundlagenwerk eine Menge an Information zusammen. Unbedingte Empfehlung für alle, die sich tiefer mit Störungen des Gehirns befassen wollen (oder müssen).

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