Inspirierend reden lernen TED-Talk Rhetorik | Kommunikation 4.0

TED – die etwas andere Konferenz

2006 in Monterey, Kalifornien. Auf einer der vielen Tausend Konferenzen, die in diesem wie in jedem Jahr weltweit stattfinden, tritt am fünften und letzten Tag, ein englischer Pädagogikprofessor und Bildungspolitiker vor das Publikum. Bereits nach wenigen Sekunden hat er die ersten Lacher auf seiner Seite, obwohl er über ein eigentlich langweiliges und doch ernsthaftes Thema spricht: Schule. Genauer gesagt spricht er darüber, wie Schule die Kreativität von Kindern beeinflusst.
In den folgenden 18 Minuten fesselt er sein Publikum mit Humor, tiefgehenden Einblicken und einem großen Maß an Inspiration. Die stehenden Ovationen am Ende hat er absolut verdient.

inspirieren mit ted talks

Wissen unterhaltsam vermitteln

So weit so gut, die Wirkung von Konferenzbeiträgen ist erfahrungsgemäß begrenzt und selbst solche seltenen Juwelen, wie der Beitrag von Sir Ken Robinson verpuffen innerhalb weniger Tage. Hier ist es anders. Zum einen ist er ein begnadeter Speaker und könnte zur Annahme verführen, dass Humor doch in den Genen der Engländer verankert ist, aber der entscheidende Punkt ist ein anderer: Er spricht auf der TED Konferenz 2006. Wie alle TED Talks wird auch dieser auf Video aufgezeichnet und auf der TED.com Website  veröffentlicht. Jeder kann ihn nun sehen und bis heute haben es 42.5 Millionen Menschen getan. Es ist der am häufigsten angesehen TED Talk aller Zeiten. (Wie macht Ken Robinson sein Storytelling?)

Das Internet als Katalysator

Das spezielle Format der TED Konferenz und der TED Talks und die Möglichkeiten des Internets haben dafür gesorgt, dass inspirierende Ideen, wie die von Ken Robinson (Ken Robinsons 5 Wege zum Lebensglück) schnell ihr Publikum finden, sich dabei schnell verbreiten und eine vergleichsweise große Wirkung zeigen.

Dieses eindrückliche Beispiel veranschaulicht, wie sehr das Internet die Welt verändert! Es ist allgegenwärtig und jeden Tag benutzen Milliarden Menschen die Möglichkeiten, die es bietet. In der Folge wundert es nicht, dass wir aktuell eine Reihe an Veränderungen durchleben, die scheinbar gleichzeitig und mit massiven Konsequenzen auf die Arbeitswelt, Geschäftsmodelle und vieles andere ablaufen.

Kommunikation 4.0

Diese Welt 4.0 bewirkt aber auch Veränderungen, die man erst auf den zweiten Blick sieht:
Eine dieser Veränderungen ist die Art, wie wir kommunizieren. Die Kommunikationstechnik verändert sich ebenso, wie Kommunikationsformate und deren Nutzung. Smartphones sind inzwischen die am häufigsten genutzten Geräte und fordern kurze, prägnante und auf kleinen Bildschirmen sichtbare Kommunikation. Webvideos sind bereits heute die am häufigsten genutzten Lernformate und nicht umsonst listet die Lernexpertin Jane Hart  YouTube und andere Social Media unter den Top 10 der besten Lernformate.

Neue Erwartungen

Die Masse der online verfügbaren Medien hat Konsequenzen. Aus Sicht der Nutzer werden reine Informationen, also heißt Zahlen, Daten und Fakten immer weniger wertvoll.

Als wertvoll wird dagegen Kommunikation angesehen, die Emotionen anspricht und vor allem inspirierend ist. Menschen wollen inspiriert werden und suchen aktiv nach entsprechenden Angeboten. Aktuell gelten die TED Talks als Musterbeispiel für eine moderne und inspirierende Form der Kommunikation.

TED ist ursprünglich als jährliche („invitation-only“) Konferenz gestartet und hat sich rasend schnell verbreitet. Heute finden täglich rund zehn TEDx Konferenzen weltweit statt. Alle Talks werden auf Video aufgezeichnet und im Internet frei verfügbar gemacht. Alleine auf der TED.com Hauptseite sind derzeit schon mehr als 3500 Beiträge zu finden, die über 3 Mrd. Mal angesehen wurden. Der Erfolg der TED- und TEDx-Talks resultiert dabei aus wenigen Faktoren, die jedoch alle mit den Bedürfnissen der Zuhörer zu tun haben. Sie enthalten nur eine Idee, entsprechend dem TED-Motto „Ideas worth spreading“. Zudem erzählen sie eine Geschichte und dürfen maximal 18 Minuten dauern. So werden Zuhören und Verständnis leicht gemacht.

Die Zukunft der Unternehmenskommunikation

Seit die TED Talks und andere Formate immer mehr Nutzer begeistern, steigt auch die Latte der  Unternehmenskommunikation fortwährend höher. In einer sich immerzu verändernden und komplexeren Welt

werden Werte wie Orientierung und Vertrauen immer wichtiger und Kommunikation muss dies berücksichtigen. Es geht heute mehr um die Geschichte hinter den Fakten, als die Fakten selber. Einzelne Vorreiterunternehmen haben dies erkannt und versuchen in immer größeren Umfangm ihre Kommunikation dementsprechend zu professionalisieren.

Die gute Nachricht ist, dass Formate wie TED zu lernen sind, denn sie beruhen auf lange bewährten Prinzipien wie dem Storytelling und einfach handhabbaren Formaten, wie den Webvideos. Ein eintägiges BootCamp kann GRundlagen schaffen für den Start in diese Welt der Kommunikation. Hinzu kommt, dass es in der digitalen Welt immer weniger Geheimnisse gibt. Wer sich für das Thema interessiert, findet sehr schnell exzellente Quellen mit Tipps & Tricks. So hält auch TED nicht mit den Geheimnissen des eigenen Erfolges nicht hinter dem Berg, etwas indem der aktuelle Kurator Chris Andersen eigene Webvideos produziert. Er zeigt darin, worauf der Erfolg von TED beruht oder was einen wirklich guten TED Talk ausmacht. Auch das ist Kommunikation 4.0.

Tipps für Ihre Talks

Für diejenigen, die den TED-Stil erlernen wollen gibt es Bücher, Workshops, BootCamps und eine Reihe von Unternehmen haben mittlerweile sogar Qualifizierungsmaßnahmen für die Redefähigikeiten ihrer Mitaerbeiter in den offiziellen Weiterbildungskatalog aufgenommen. Im Kern werden dort folgende Regeln und Tipps vermittelt:

  • Konzentration: Beschränke Dich auf eine Idee oder Nachricht
  • Gehe von der gewünschten Wirkung auf Deine Zuhörer aus
  • Lass die Zuhörer erkennen, welche Leidenschaft Du für das Thema hast
  • Erzähle deine Geschichte
  • Baue Deinen Talk so auf, dass der Zuhörer zur gewünschte Erkenntnis hingeführt wird
  • Auf den Punkt => Fasse Dich kurz

Auf den ersten Blick sind diese Tipps nicht wirklich neu, aber Hand aufs Herz:
wer hält sich schon an alle Regeln und vor allem: wer nutzt Geschichten, wenn im Wirtschaftskontext kommuniziert wird? Am Ende sind es gerade die Geschichten, über die der Speaker Bilder in den Köpfen der Zuhörer erzeugt und es sind die Geschichten, über die Vertrauen aufgebaut wird.

Literatur

Wer mehr erfahren möchte kann auch hier nachlesen: